Tuesday, February 7, 2017

Was zuviel ist, ist zuviel!

Mir fällt nichts mehr ein. Ich lese so viele Nachrichten wie noch nie zuvor. Mittlerweile komme ich auch mit dem Brechreiz angesichts der vielen Bilder des Herrn mit dem ungesund orangenen Gesicht und der roten Krawatte besser klar. Und da ist immer wieder der Funke Hoffnung. So viele Menschen gehen auf die Straße. Endlich. So viele sind aufgewacht aus der jahrzehntelangen Lethargie. Leider zu spät. Nicht zu spät für Reiche und Weiße. Aber zu spät für weniger glückliche. Hart arbeitende Alleinerziehende, Randgruppen, die mit der "falschen" Religion oder dem "falschen" Geburtsort, die, die das falsche Geschlecht lieben, Kranke und Arbeitsunfähige ohne Versicherung, schlecht ausgebildete oder die, mit einer Ausbildung in der falschen Industrie. Und zu spät für die hunderten von Millionen, deren zu Hause seit Jahren zerstört, heimgesucht, vergewaltigt und gefoltert wird. Unter der Führung des Landes, das denen, die jetzt verzweifelt eine sichere Bleibe suchen, dafür noch mehr Leid und Gefahren auf sich genommen haben, jetzt ängstlich die Tür vor der Nase zuwirft. Aus Angst vor dem Terror, den sie durch die stetige Vergewaltigung und Ausbeutung anderer selbst gezeugt haben. 

Und wie gewohnt werden hier und auch überall sonst, lediglich die Symptome bekämpft. Für die ohnehin schon Superreichen ist es ja auch viel lukrativer, an der Therapie zu verdienen, anstatt eine Heilung zu finden. Jugendliche, die nichts zu verlieren haben, die der Hunger und die Verzweiflung in die Arme von radikalen Vereinigungen getrieben haben. Oder die einfach rekrutiert wurden. Um ihrem eigenen Tod oder der Folter zu entgehen oder die ihrer Familie. Oder in der Vorfreude auf ein besseres Leben nach dem Tod, alles ist besser als die Hölle, in der sie derzeit Leben, schultern sie den Rucksack mit der Bombe und begeben sich zum nächsten, gut besuchten, öffentlichen Ort... Diese Jugendlichen werden als Terroristen bezeichnet. Fünfjährige werden am Flughafen in Handschellen gelegt, weil das Land der Tapferen und der Freien sich in die Hose macht, wegen geschickt gestreuter Lügen des Twitlers. Anstatt den Terrorgruppen den Nachwuchs zu nehmen, indem man den Kindern ein zu Hause, eine Zukunft, eine Chance gibt. Eine Alternative zum Terror und der alltäglichen Angst und Verzweiflung. 

Die Grenzen werden zugemacht. Wir schotten uns ab. Schauen weg. Spenden und schreiben Blogposts. Erklären uns die Welt wie sie uns gefällt. Bezeichnen etwas als "Fake News", wenn es zu schmerzhaft wird, sich vorzustellen, dass jeden Tag tausende von Kindern von Priestern vergewaltigt werden. Millionen von Menschen vor Krieg und Terror auf der Flucht sind. Ihr Leben riskieren, um an einer Grenze zu einem Land, abgewiesen zu werden, in dem nur drei Personen in einem riesigen Penthouse in einem goldenen Turm wohnen. Jetzt nur noch zwei, denn die dritte ist in ein Haus mit über 100 Zimmern gezogen. Allein. Wie können wir erklären, dass wir unsere Millionen und Milliarden und unsere 1.000 Quadratmeterwohnungen nicht mit ihnen teilen wollen? Dass wir sie zurückschicken, in Terror, Folter, Gewalt und Zerstörung, weil wir soeben bestimmt haben, dass das Schlachtfeld, das einmal ihr zu Hause war, "sicher" ist.

Ich will gar nicht erst damit anfangen, wohin dieses Land sich bewegt. Dann kann ich den Anblick von tausenden von ausgehungerten blassen Leichen, die von einer Raupe in ein Massengrab geschoben werden, gar nicht mehr aus meinem Kopf verbannen. Dahin geht es. Das passiert, wenn Lügen als normal und akzeptabel angesehen werden. Parteizugehörigkeit, Hörigkeit über Qualifikation und das Wohl des Volkes geht, von dem man gewählt wurde. Das passiert, wenn extrem misshandelte Kinder ohne Hilfe und Therapie erwachsen werden und an die Macht kommen.

Was bleibt mir übrig? Ausser, mich jeden Tag zu betrinken, das Internet zu verlassen, in eine einsame Waldhütte zu ziehen, und sicher zu gehen, dass ich genug Waffen dabei habe, um mich vor der verrückt gewordenen Regierung zu schützen. Endlich beginne ich, die laxen Waffengesetze hier zu verstehen. Und das 2nd Amendment. Hier ist eine Regierung, die mir genug Angst macht, um meine Schusstechnik zu perfektionieren.

Ich werde dieses Land verlassen. 

Ich kann nicht in einer Diktatur leben.

Ich bewundere den Kampfgeist und den, wenn auch schwindenden Optimismus der Amerikaner. Den habe ich nicht. Dafür weiss ich zu viel über das Dritte Reich. Und hier geht es in die selbe Richtung. Ich werde zurück nach Europa, nach Deutschland gehen. Und in die Politik. Es ist Zeit. Schreiben hilft nur bedingt. Ich muß etwas tun, um wieder gesunden Menschenverstand zu aktivieren. Wenn die Welt etwas braucht, im Moment, dann ist es gesunder Menschenverstand. Und jemand, der dazu bereit ist, laut "Scheiße" zu rufen. Und dann kopfüber, mit einer Schaufel bewaffnet, in sie hinein zu tauchen.

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